Dem Penguin entkommen – Mit Linkabbau aus der Penalty

achtung-penguin-penaltyEs ist kein Geheimnis, dass viele Unternehmen in der Vergangenheit, bewusst oder unbewusst bei Ihren SEO-Maßnahmen gegen die Googles Richtlinien für Webmaster verstoßen haben. Gerade mit dem Pinguin-Update ist es Google seit langem einmal wieder gelungen, massenhaft Verstöße algorithmisch zu erfassen und mit einem Rankingverlust zu bestrafen. Googles letzter Streich, das sogenannte Penguin-Penalty traf Seiten, die nach Googles Verständnis  unnatürlichen Linkaufbau betreiben haben. In den meisten Fällen verschickt Google einige Zeit vor der Penalty bereits eine Art blauen Brief, daher kann mit der richtigen Reaktion womöglich die Penalty einem erst garnicht die Rankings verhageln.

Wenn ein solcher Brief Sie erreicht, oder der Penguin bereits zugeschlagen hat, heißt es schnell und gezielt handeln!

Die gute Nachricht: Eine erfolgreiche Penguin Recovery ist möglich

Ein aktuelles Beispiel zeigt, dass man mit den richtigen Maßnahmen auch aus einer heftigen Link-Penalty innerhalb von wenigen Monaten wieder zurück an die Spitze der Suchergebnisse kommen kann und darüber hinaus deutlich weiter wachsen kann:

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Doch wie kommt man aus der Link-Penalty wieder heraus, wenn es einen erwischt hat?

So gewinnen Sie Ihre Sichtbarkeit zurück

Die effektivste Methode lautet: Linkabbau der schlechten Links mit gleichzeitigem Aufbau neuer guter Links.

Es ist Paradox, doch mit dem Abbau unnatürlicher Links können Sie tatsächlich die alte Sichtbarkeit wieder erlangen und sogar darüber hinaus wachsen, denn ein natürliches Linkprofil entfaltet dann wieder seine volle Kraft und die Rankings steigen wieder.

So weit, so gut. Die spannende Frage lautet jedoch: Welche Links soll ich abbauen und welche nicht?

Anleitung zur Linkbewertung

Welche Links habe ich überhaupt?

Über die Google Webmaster Tools kann man eine Liste aller Backlinks für die eigene Domain exportieren. Dies stellt die Arbeitsgrundlage dar. Wenn man massenhaft Links aufgebaut oder gekauft hat, so sind diese Reportings natürlich die ersten Links, die man sich anschauen und überdenken sollte. 

Welche Links sind gut und welche nicht?

Google bezeichnet schädliche Links als unnatürlich. Je nach Auslegung könnte man sagen, jeder selbst aufgebaute Link ist eigentlich unnatürlich, aber aus meiner Sicht sind damit eher diejenigen Links gemeint, die nicht dem natürlichen Linkverhalten im Netz entsprechen.  Ein guter Link muss also natürlich aussehen und im Grunde einem Google Mitarbeiter erklärbar sein. Wenn der Kontext stimmt, der Linktext nicht nach Manipulation schreit und der Link einen echten Mehrwert für den Leser darstellt, kann aus meiner Sicht auch ein gekaufter Link innerhalb eines Artikels natürlich aussehen und dem Ranking helfen, statt ihm zu schaden.

Vergessen Sie Tools

Nutzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand! Frei nach dem Motto: “A fool with a tool is still a fool” würde ich mich nicht auf die Aussagen irgendwelcher Linkbewertungsalgorithmen verlassen. Diese taugen bestenfalls im ersten Schritt als grobe Orientierung, die entgültige Entscheidung sollten Sie jedoch nicht einer undurchschaubaren Blackbox überlassen.

Meine Checkliste zur Linkbewertung

  1. Linktext überprüfen
    Wird hier gezielt auf Keywords optimiert und manipuliert? Fragen Sie sich einfach: Wie würde ein Autor verlinken, der von SEO keine Ahnung hat.
  2. Linkumfeld beachten
    Auf welche Seiten verlinkt die Domain noch? Werden hier harte Keyord-Linktexte verwendet? Ist die Plattform offensichtlicher Linkverkäufer? Mit der schönen linkfromdomain Abfrage bei bing kann man sich sehr schnell einen Überblick über die angelinkten Seiten verschaffen. 
  3. Themenrelevanz kritisch hinterfragen
    Ein Link zu einem Schuhgeschäft von einer Hunde-Seite wirkt doch mehr als befremdlich. Wenn der Link innerhalb des Artikels für den Leser Sinn macht, ist grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden.
    Ein Beispiel: Schreibt der Hunde-Blog über das Problem mit der Hundescheiße und verlinkt das Wort “Schuh” mit einem Shop, obwohl es sonst garnicht um eine Kaufempfehlung oder den Shop selbst geht, ist dies eine offensichtliche Manipulation und wird im Zweifel ein rotes Lämpchen bei Freund Google angehen lassen. Beschreibt jedoch der gleiche Artikel einen besonders Hundekot-resistenten Schuh, an dem nichts haften bleibt und den man sofort unter fließendem Wasser wieder geruchsfrei sauber bekommt, würde ein Link zu genau diesem Schuh eben durchaus Sinn machen und kann durchaus natürlich sein.
  4. Linkplatzierung beachten
    Nichts ist unnatürlicher als ein Link am Ende der Seite oder ganz rechts unten in der Sidebar. Denn Links, die der Nutzer nicht sieht, demnach auch nicht Klickt, können ja schonmal garnicht als Mehrwert angesehen werden und dienen in der Regel ausschließlich der Manipulation der Suchergebnisse. Daraus lässt sich eine goldene Regel ableiten: Ein Link der nicht geklickt wird ist ein überflüssiger Link!
    Das betrifft neben typischen Footerlinks aber auch Links auf Seiten, die ohnehin nie ein Mensch zu Gesicht bekommt. Also irgendwelche Linkfarmen und Satelliten ohne echten Traffic genauso wie Links auf irgendwelchen Unterseiten die garnicht oder erst über zig Links vom Rest der Seite aus erreichbar sind. 
  5. Kommerzielle Links kennzeichnen
    Eindeutig kommerzielle Links, meist mit Euphemismen wie Partner-Links, Webtipps oder Empfehlungen gekennzeichnet können durchaus Sinn machen und haben durchaus ihre Berechtigung. Wird auf einer Seite ein passendes kommerzielles Angebot gezielt und bezahlt verlinkt, welches zum Thema der Seite passt und für den Leser den nächsten Schritt zur Bedürfnisbefriedigung darstellt, wird dieser sicher auch geklickt und bringt somit wertvollen Traffic auf die eigene Seite. Google hat auch nichts gegen diese Art von kommerziellen, werblichen und bezahlten Links, Sie müssen diese lediglich mit dem rel-Nofollow-Attribut als solches kennzeichnen!

Wer diese einfachen fünf Punkte beachtet, sollte in der Lage sein jeden Link zu bewerten. Anschließend werden die kommerziellen Links dann mit dem rel-Nofollow-Attribut versehen, die manipulativen entfernt und die guten behalten.

Fazit

Wie man sehen kann, gibt es Wege aus dem Penguin Link-Penalty. Die investierte Zeit zahlt sich aus meiner Sicht mehr als aus, denn durch die Linkbewertung lernt der Kunde im Grunde mit und so kann dieser zukünftig auf der sicheren Seite bleiben ohne eine erneute Penalty zu riskieren.

Ich freue mich sehr über Gedanken, Anregungen, Kritik und Erfahrungen im Umgang mit dem Penguin in den Kommentaren :)

Bildquelle: Sebastian Maul