Negatives SEO – Kann man mit Spamlinks die Konkurrenz abschießen?

Negatives SEO ist zweifelsfrei ein heißes Eisen. Immer wieder liest man Artikel, die angeblich belegen oder widerlegen, dass das gezielte Abschießen einer Seite mittels minderwertigen Spamlinks möglich ist. Leider werden meist keine näheren Details dazu veröffentlicht, so dass man danach im Grund nicht schlauer ist als vorher. Ich wollte es natürlich genau wissen und habe daher vor einigen Monaten selbst ein Experiment durchgeführt und möchte euch aus aktuellem Anlass meine Ergebnisse an dieser Stelle mitteilen. Eigentlich wollte ich mit der Veröffentlichung noch ein bisschen warten, wäre da nicht …

…der aktuelle Anlass:

Heute wurde mir per Mail mitgeteilt, dass scheinbar ein Mitbewerber versucht hat meinen Text Spinner bereits Ende Mai, Anfang Juni im Ranking abzuschießen. Neben meiner Seite sind noch mindestens fünf weitere Seiten betroffen, die allesamt für den Begriff “Text Spinner” in den Top10 ranken, oder gerankt haben.

Zwei dieser Kommentar-Spamlinks habe ich mal eben für euch als Beispiele rausgesucht:

negative-seo-beispiel-spamlink

In meinem Fall wurde gezielt ein Text aus der Seite kopiert und als Kommentartext verwendet. In vielen anderen Fällen wurde einfach ein Bullshit-Text verwendet:

 spam-link

Diese beiden Links sind mit 10 Weiteren sogar in den Google Webmaster Tools sichtbar.

Ich gehe allerdings davon aus, dass diese mir eher helfen, anstatt zu schaden. Insgesamt existieren aber noch mehr Links, die Google scheinbar ignoriert.

Immerhin rankt meine Seite bei dem Begriff immer noch auf Platz 1:

ranking-text-spinner

Über die Motivation und die Täter möchte ich an dieser Stelle garnicht spekulieren. Allerdings deckt sich diese Beobachtung mit dem Experiment, dass ich selbst durchgeführt habe:

Das Experiment

Ich habe zwei ähnlich starke Seiten gewählt, beide etwa gleich alt, mit ähnlichen Backlinkwerten und ähnlich großem Contentumfang. Die Sichtbarkeit bei SISTRIX geht aufgrund der Keyword-Welten etwas auseinander. Insgesamt sind es aber beides relativ schwache Domains, die zwar viel Content und eine gewisse Sichtbarkeit haben, aber über keine super-trusted-mega-Backlinks verfügen.

Diese beiden Domain habe ich über eine Dauer von drei Monaten täglich mit 100 – 1.000 Links beschossen. Hauptsächlich US-Social Bookmarks und Links aus Forenprofilen aus den USA und der ganzen restlichen Welt. Es waren so gut wie keine Links aus Deutschland dabei, also so richtig schön böse und dreckig. Gekostet hat mich das Ganze rund 300 $.

Jede Domain hat insgesamt weit mehr als 10.000 Links erhalten, alle auf eine einzige URL mit einem Keyword im Linktext. Bei der URL handelte es sich um einen Deeplink auf eine Seite, die zu dem Testbegriff und weiteren ähnlichen Begriffen gut gerankt hat.

1. Testdomain

  • PageRank: 2
  • Sichtbarkeit bei SISTRIX: ca. 0,7
  • Seiten im Index: ca. 2.500

Rankingentwicklung der 1. Testdomain

negative-seo-rankings1

Sichtbarkeitsverlauf der 1. Testdomain

2. Testdomain

  • PageRank: 2
  • Sichtbarkeit bei SISTRIX: ca. 0,02
  • Seiten im Index: ca. 2.500

Rankingentwicklung der 2. Testdomain

negative-seo-rankings-2

Sichtbarkeitsverlauf der 2. Testdomain

sichtbarkeit-2-negative-seo

Mein Fazit

Ich gehe davon aus, dass man mit billigen Spamlinks a la XRUMER, Dripblastfeed, etc. für eine Hand voll Dollars keine Seite abschießen kann.

Diese Art von Spamlinks mag bei neuen Seiten kurzfristig etwas bringen. Aber im selben Zuge, wie derartig bespamte Black Hat Domains wieder im Ranking fallen, werden diese Links scheinbar entwertet und schaden einer etwas bekannteren Domain offensichtlich nicht.

Bei nagelneuen Seiten mag das anders aussehen. Ebenso bei aufwändig und damit teuer gekauften Links, die richtig Wumms haben und daher wohl nicht einfach entwertet werden.

Falls Ihr ähnliche oder auch gegenteilige Beobachtungen gemacht habt, oder vielleicht auch ein Experiment dazu gefahren habt, würde ich mich sehr über weitere Erfahrungswerte in den Kommentaren freuen!