Anleitung: Domainumzug ohne Rankingverluste

Viele Kunden fragen sich, wie man einen Domainumzug von einer auf die andere Domain am besten gestaltet, ohne dass die bereits erreichte Sichtbarkeit in den Suchmaschinen dabei verloren geht. Um diese wiederkehrende Frage zu beantworten habe ich eine Anleitung erstellt, die ich hiermit zur Verfügung stellen möchte.

Beispiel eines erfolgreichen Domainumzugs

Ein schönes Beispiel, das beweist wie gut es funktioniert, ist mein eigener Umzug von seokai.com auf die search-one.de:

Sichtbarkeitsentwicklung seokai.com & search-one.de

Diese Anleitung hilft Ihnen dabei, Ihren anstehenden Domainumzug ohne größere Ranking-Verluste bei Google durchzuführen. Ziel ist es, sog. “404 (Nicht gefunden)”-Fehler und verwirrende bzw. fehlerhafte Umleitungen zu vermeiden, wenn der Google-Bot einem Link zu ihrer alten Webseite folgt.

Anleitung: Domainumzug ohne Ranking-Verluste

Diese Anleitung hilft Ihnen dabei, Ihren anstehenden Domainumzug ohne größere Ranking-Verluste bei Google durchzuführen. Ziel ist es, “404 (Nicht gefunden)”-Fehler und verwirrende bzw. fehlerhafte Umleitungen zu vermeiden, wenn der Google-Bot einem Link zu ihrer alten Webseite folgt.

Hinweis

Bitte lesen Sie diese Anleitung aufmerksam durch und halten Sie sich an die vorgegebenen Anweisungen. Es ist wichtig, dass Sie sämtliche Schritte befolgen, um Ihre Sichtbarkeit nicht zu gefährden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, oder noch Fragen haben, halten Sie bitte vorher Rücksprache mit mir.

Sollte der Domainwechsel gleichzeitig mit einem Relaunch oder Wechsel des Content Management Systems verbunden sein, ergeben sich weitere Fallstricke. Hierbei können wir Sie gerne individuell beraten und bei Ihrem Relaunch begleiten.

Erfahrungsgemäß benötigt Google etwa 1-2 Wochen, bis ein Domainwechsel vollständig vollzogen wurde. Trotz optimaler Umsetzung kann es daher kurzfristig zu Traffic-Einbrüchen kommen.

Vorbereitungen

Falls Sie Ihre Domain aufgrund einer Änderung Ihrer Marke oder des Website-Layouts wechseln, empfiehlt es sich, dies in zwei Phasen zu vollziehen:

  1. Übertragen Sie zunächst Ihre Website und veröffentlichen Sie dann Ihr umgestaltetes Layout. Das reduziert die Menge an Änderungen, die Sie dem Google-Bot jeweils während des Umstellungsprozesses zumuten müssen und sorgt für einen reibungsloseren Übergang. Außerdem vereinfacht es die Behebung von unerwarteten Fehlern, wenn die Anzahl der gleichzeitig vorgenommenen Änderungen begrenzt ist.
  2. Teilen Sie Google die Adressänderung mit und Verwenden Sie anschließend die 301-Weiterleitung für eine dauerhafte Weiterleitung der Seiten Ihrer alten Website auf die neue Website. So werden Suchmaschinen und Nutzer darüber informiert, dass Ihre Website dauerhaft verschoben wurde.

Adressänderung bei Google anmelden

Über die Google Webmaster Tools ist es möglich eine Adressänderung an Google zu senden. Diese finden Sie unter: http://www.google.com/webmasters/tools/?hl=de

Damit Sie das Tool zur Adressänderung verwenden können, müssen Sie als Inhaber der neuen und der alten Webseite nachgewiesen sein.

Google Konto vorhanden?

Zur Verifikation ihrer Seite mit Google wird ein Google Konto benötigt!

Falls Sie noch nicht über ein Google Konto verfügen, können Sie unter: https://accounts.google.com/NewAccount?continue=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2Fwebmasters%2Ftools%2F%3Fhl%3Dde&followup=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2Fwebmasters%2Ftools%2F%3Fhl%3Dde&hl=de&service=sitemaps

ein neues Google-Konto erstellen.

Webseite bei den Webmaster Tools verifizieren

Loggen Sie sich in Ihr Google-Konto ein und besuchen die Google Webmaster Tools unter http://www.google.com/webmasters/tools/?hl=de

Dort wählen Sie „WEBSEITE HINZUFÜGEN“:

Anschließend geben Sie die aktuelle Webseite in das Feld ein und klicken auf „Weiter“.

Nun müssen Sie die Eigentümerschaft für Google verifizieren. Damit stellt Google sicher, dass nur der tatsächliche Eigentümer der Domain Änderungen vornehmen kann.

Hierfür bietet Google vier unterschiedliche Methoden an:

Bei der empfohlenen Methode müssen Sie einfach die verlinkte HTML-Bestätigungsseite herunterladen und im Root-Verzeichnis ihres Webservers wieder hochladen.

Alternativ können Sie einen Meta-Tag in den <HEAD>-Bereich ihrer Startseite einfügen, ein verknüpftes Google Analytics Konto zur Authentifikation verwenden, oder einen DNS-Datensatz mit einem TXT-Eintrag zu Ihrer Nameserver-Konfiguration hinzufügen.

Wenn Sie eine der vier Verifikationsmethoden gewählt und umgesetzt haben, klicken Sie auf „Bestätigen“ und ihre Webseite sollte nun für die Webmaster Tools freigeschaltet sein.

Nun führen Sie diese Schritte erneut mit ihrer neuen Webseite durch, so dass auch diese bei Google verifiziert ist. Erst danach ist es möglich eine Adressänderung mitzuteilen.

Falls Ihre derzeitige Webseite unter http://www.altedomain.de erreichbar ist, müssen Sie zudem auch http://altedomain.de in den Webmaster Tools verifizieren, da sonst eine Adressänderung nicht möglich ist!

Adressänderung mitteilen

Wenn Sie sowohl die neue Webseite, als auch die bestehende mit www und ohne Verifiziert haben, können Sie nun unter „Website-Konfiguration“ das Tool zur Adressänderung aufrufen:

Wählen Sie dort die neue Domain aus und klicken Sie anschließend auf „Senden“.

Nun sollte Ihr Antrag auf Adressänderung erfasst worden sein.

301-Weiterleitung einrichten

Richten Sie keine einzelne Weiterleitung ein, über die alle Besucher von Ihrer alten Website auf die Startseite der neuen Website weitergeleitet werden.

Verwenden Sie stattdessen ein Weiterleitungsschema, dass jede Seite eins-zu-eins auf die jeweilige Seite der neuen Domain weiterleitet.

Falls Sie einen Apache-Webserver einsetzen, können Sie mittels einer einfachen htaccess-Regel eine korrekte Weiterleitung sicherstellen:

Falls Ihre neue Seite unter http://www.neuedomain.de liegt:

RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTP_HOST} !^www.neuedomain.de$ [NC]
RewriteRule ^(.*)$ http://www.neuedomain.de/$1 [R=301,L]

Falls Ihre neue Seite unter http://neuedomain.de liegt:

RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTP_HOST} !^neuedomain.de$ [NC]
RewriteRule ^(.*)$ http:// neuedomain.de/$1 [R=301,L]

Hierbei wird jede Anfrage, die nicht an die neue Domain gerichtet ist eins-zu-eins dorthin weitergeleitet. Somit wird sichergestellt, dass Google auch Unterseiten wieder über vorhandene Links finden kann.

Verlinkungen aktualisieren

Überprüfen Sie sowohl externe als auch interne Links zu Seiten Ihrer Website. Idealerweise sollten Sie sich an die Webmaster aller Websites wenden, die mit Ihrer Site verlinkt sind, und diese bitten, die Links zu aktualisieren, damit Sie auf die neue Seite in Ihrer neuen Domain verweisen.

Sie sollten zudem die internen Links auf Ihrer alten Website überprüfen und diese aktualisieren, damit Sie auf Ihre neue Domain verweisen.

Weiterleitungen überprüfen

Sobald sich der Content auf dem neuen Server befindet, sollten Sie einen Linkchecker wie Xenu oder den Screaming Frog SEO Spider verwenden, um sicherzustellen, dass sich keine ungültigen alten Links auf Ihrer Website befinden.

Dies ist besonders wichtig, falls Ihr ursprünglicher Content absolute Links (wie www.example.com/kochen/rezepte/schokoladenkuchen.html) anstelle von relativen Links aufweist (wie ../rezepte/schokoladenkuchen.html).

Umzug überprüfen

Sobald Sie alle diese Schritte durchgeführt haben, können Sie mit den Daten der Webmaster-Tools überprüfen, ob alles ordnungsgemäß funktioniert.

Da es einige Zeit dauern kann, bis alle Änderungen wirksam werden, können Sie mit den folgenden Methoden überprüfen, ob der Prozess richtig durchgeführt wird:

Überprüfen Sie die Web-Crawling-Fehler Ihrer alten und neuen Websites, um sicherzustellen, dass die 301-Weiterleitungen von der alten Website ordnungsgemäß funktionieren und die neue Website keine unerwünschten 404-Fehler anzeigt.

Sofern Sie für Ihre neue Website eine XML-Sitemap eingereicht haben, erfahren Sie auf der Seite XML-Sitemap-Details, wie viele URLs in Ihrer XML-Sitemap von uns gecrawlt und indexiert wurden.

Kai Spriestersbach

Kai Spriestersbach ist Inhaber, Herausgeber und Chefredakteur von SEARCH ONE. Daneben arbeitet er als freier Mitarbeiter im Bereich Research & Development für die eology GmbH mit Sitz in Volkach. Der studierte Bachelor of Science in E-Commerce forscht und arbeitet derzeit an einem innovativen E-Learning Konzept und ist als Lehrbeauftragter an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) tätig. Als Affiliate Publisher betreibt er zahlreiche Webseite, die er auch für seine Experimente im Bereich SEO verwendet. Kai verfügt insgesamt bereits über 15 Jahre Erfahrung im Bereich Online-Marketing und Webentwicklung und hat sich im Jahr 2009 auf nutzerzentrierte und technische SEO spezialisiert. Seit Ende 2019 hat er sich auf die Themen Forschung und Lehre fokussiert.

13 Gedanken zu „Anleitung: Domainumzug ohne Rankingverluste“

  1. Guten Morgen, ein schöner Artikel, danke dafür. Ich möchte, dass die alte Domain für die “Anwender” ca. 2 Monate noch unter der alten URL zu finden ist – sie gewöhnen sich nicht so schnell um (älteres Publikum).
    Für Google soll aber schon die neue Domain gelten. D.h. ich würde gerne den 301er Redirect nur für den Google Bot machen und erstmal nicht für den normalen User. Also Logik: Wenn Client Google Bot dann Redirect zu neuer Domain. Wenn Client IE / Firefox oder sonstiges dann bleibe auf Seite. Wie kann man das denn umsetzten ?

    1. Hallo Dave,

      dein Anliegen ist verständlich, die von dir avisierte Vorgehensweise würde von Google allerdings als ‘Cloaking’ gewertet werden.

      Was ich Dir empfehlen würde ist, die Inhalte auf die neue Domain zu spiegeln und für Google einen Domainübergreifenden Canonical-Tag von der alten auf die neue Domain zeigen zu lassen.

      Dann wandern deine Rankings langsam auf die neue Domain.

      Anschließend kannst du alles per 301 weiterleiten.

      Doch Vorsicht, du musst den Canonical von jeder Seite 1:1 auf jede Seite der neuen Domain verweisen, damit dir das Ganze nicht um die Ohren fliegt, solltest Du das ggf. von einem Profi machen lassen.

      1. Hallo Kai,

        danke für deine Antwort. Dann ist es weniger Aufwand den älteren Herrschaften doch mal die neue URL nahezulegen und einen 301 zu machen.

        Dave

    1. Naja also wenn du auf eine IP kommst, die voll Porno- oder Blackhat-Domains ist, kann es schon zu Nachteilen kommen, aber bei einem ganz normalen Serverwechsel, bei dem sich die IP-Adresse ändert hat mich nichts zu befürchten.

  2. Äusserst nützlich und gleich dreimal gebookmarked. Vielen Dank

    P.S.: Nur was macht man bei einem kompletten Relaunch, sprich wo man auch noch die einzelnen Unterordner zu neuen umleiten muss.
    1. Weiterleitungsschema » jede Seite eins zu eins etwa so?

    redirect 301 altedomain.de/url_1.html neuedomain .de/url-1.html

    Na ja, vielleicht sollte man ja mal einen Seo engagieren;-)

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