Tutorial: Facebook-Profil löschen, ohne Reichweite zu verlieren!?

facebook profil loeschen

Du weißt, dass Du Dein Facebook-Profil löschen solltest, willst aber nicht auf die Reichweite verzichten? Dann habe ich die Lösung:

So löschst Du Dein privates Profil bei Facebook, OHNE Deine Marketing-Reichweite zu verlieren!

Wieso ich mein privates Facebook-Profil löschen wollte, muss ich in Zeiten von Datenschutz-Skandalen, Cambridge Analytica und Co. hoffentlich niemandem mehr erklären. Mich persönlich hat es immer mehr gestört, dass ich zwar sehr häufig das Handy gezückt und in die Timeline geschaut habe, dabei aber immer weniger wirklich gute, wirklich relevante, wirklich bedeutende Inhalte vorgefunden habe. Meine gesamten SEO-relevanten Informationen beziehe ich seit Jahren ausschließlich über meinen Twitter-Account. Dort folge ich relevanten Personen, deren Tweets – aber auch Retweets – dafür sorgen, dass keine relevanten SEO-News ungesehen an mir vorbeikommen.

Walulis bringt es gut auf den Punkt:

So weit, so gut.

Aber wieso nicht einfach das Facebook-Profil löschen und gut?

Nun ja, Facebook hat allen Unkenrufen und der Abnahme der organischen Reichweite zum Trotz aus beruflicher Sicht nach wie vor einen Wert für mich. Ich habe eine Zeit lang meine Blogbeiträge beispielsweise nicht mehr auf Facebook geteilt, sondern mich nur noch auf Twitter beschränkt, mit der Folge, dass die Beiträge einfach deutlich weniger relevante Leser – also SEOs und Marketer – erreicht haben. Daher habe ich mit meiner Entscheidung gehadert und nach einer Lösung gesucht.

Mittlerweile sieht mein Setup wie folgt aus:

  1. Ich betreibe eine Facebook-Seite für mich als öffentliche Person (Autor, Speaker, Berater), die dafür sorgt, dass meine beruflichen Aktivitäten auf der Plattform sichtbar bleiben.
  2. Mein ursprüngliches, also privates Profil habe ich gelöscht. (Die Freunde bleiben jedoch erhalten, siehe weiter unten!)
  3. Ein neues, quasi leeres Profil ermöglicht mir die Verwaltung meiner Seite(n) sowie die Teilnahme am Facebook-Ads-Programm.

Damit bin ich insgesamt sehr zufrieden und werde eben nicht mehr von privaten Freundesanfragen aus beruflichen Gründen genervt, kann aber weiterhin dort Marketing betreiben.

Wenn Du das für Dich auch umsetzen willst, musst Du einfach folgende 6 Schritte befolgen:

  1. Wandele Dein Profil in eine Facebook-Seite um. Ja, ich war auch erstaunt, aber das geht! Unter https://www.facebook.com/pages/create/migrate bietet Facebook ein eigenes Tool an, das den Prozess zur Umwandlung eines privaten Profils in eine Facebook-Seite für Dich ermöglicht. Das ist im Grunde auch kein Missbrauch oder so, sondern genau für diesen Fall geschaffen worden, wenn eben eine Person der Öffentlichkeit, was wir bis zu einem gewissen Grad ja alle sind, kein privates Profil für die öffentliche Kommunikation nutzen will.
    Das Fantastische ist: Alle bisherigen Freunde Deines privaten Profils werden als Abonnenten auf die neue Seite übertragen!
  2. Erstelle ein neues, frisches Profil auf Facebook. Das neue Profil sollte selbstverständlich keinen Fantasienamen haben, erstelle es einfach ganz normal wieder mit Klarnamen. Das sieht am Ende niemand mehr!
  3. Füge Dein neues Profil als Freund im alten Profil hinzu.
  4. Übertrage dem neuen Profil die Administrationsrechte der Seite, die Du durch die Umwandlung erstellt hast.
  5. Lege in den Datenschutz- und Profileinstellungen des neuen Profils fest, dass Du Freundesanfragen nur von Freunden von Freunden erhalten möchtest und nur Freunde das Profil sehen können. Da Du in diesem Profil keine Freunde hast, kann Dir de facto NIEMAND eine Freundesanfrage schicken und NIEMAND kann das private Profil sehen! Das ist gut so, denn sie können und sollen ja Deiner Seite folgen bzw. sie liken/abonnieren.
  6. Lösche nun Dein altes Profil auf Facebook.

Das war’s. Voilà! Viel Spaß beim Facebook-Marketing ohne private Zeitverschwendung und Datensammelei!

Update und meine Erfahrungen

Ich kann ehrlich sagen: Die Entscheidung, mein privates Facebook-Profil zu löschen, war eine der besten Entscheidungen der letzten Jahre.

Denn ich bin viel konzentrierter, produktiver und gleichzeitig emotional ausgeglichener. Ohne die Ablenkungen der Timeline und Benachrichtigungen über lustige, nervige und schwachsinnige Posts geht es mir wirklich besser.

Wichtige Nachrichten von Freunden erhalte ich ohnehin über andere Kanäle (WhatsApp) und ich telefoniere einfach mal wieder mit Leuten, statt bloß über den Facebook-Messenger Kontakt zu halten. Das ist sehr viel persönlicher und macht Spaß!

Außerdem ist mir bewusst geworden, wie effizient die gesprochene Sprache im Vergleich zu Chats ist, denn in viel kürzerer Zeit kann man sehr viel mehr Informationen inkl. Emotionen austauschen.

Mir sind jedoch auch zwei kleine Nachteile bzw. Risiken aufgefallen, die ich Euch nicht vorenthalten möchte: Erstens ist es als Seite nicht möglich, den Messenger zu nutzen. Ihr müsst über die Website in den Nachrichten der Seite antworten, wenn Ihr den Seitenmanager nicht installieren wollt, und zweitens ist man in dem Moment der Account-Löschung theoretisch anfällig für Identitätsdiebstahl. Also wenn es jemand mitbekommt, kann es passieren, dass die Person ein neues Profil unter Deinem bisherigen Namen eröffnet und die Kontakte anschreibt bzw. Freunde hinzufügt und sich somit als Dich ausgibt! Vielen Dank an Martin für diesen Hinweis!

  • Kai Spriestersbach gehört mit mehr als 15 Jahren Online Marketing Erfahrung zu den erfahrensten Suchmaschinen-Marketern in Deutschland. Der studierte Bachelor of Science in E-Commerce hat sich auf die strategische Beratung sowie Ausbildung und Weiterbildung in Digitalem Business, sowie Web- und Suchmaschinen-Technologien spezialisiert. Als Dozent ist er sowohl für die 121WATT – School of Digital Marketing & Innovation, als auch für die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt im Fachbereich E-Commerce tätig. Daneben unterstützt Kai Spriestersbach gerne innovative Startups, ist als Affiliate Publisher tätig und entwickelt und vermarktet digitale Produkte im Bereich WordPress, SEO und Online Marketing.

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Frank

Habs gemacht – dank dir – bisher nicht bereut :)