Google führt neue Meta-Tag-Attribute für die Steuerung der Snippets ein

Ziemlich überraschend führte Google eine ganze Reihe neuer Meta-Tag-Attribute für die Steuerung der Verwendung und Darstellung der Inhalte in den Snippets der Suchmaschine ein. Dadurch erhalten Webmaster mehr Möglichkeiten, die Vorschau ihrer Inhalte in der Google-Suche einzuschränken.

Info: Google schickt nun Info-Mails über die Search Console mit dem Titel: „Erinnerung: Neue Optionen um Inhalte in der Google-Suche anzupassen“ an Webseiten-Betreiber. (Siehe am Ende dieses Beitrags)

Google verwendet häufig Inhaltsvorschauen wie Textausschnitte, an Stelle der Meta-Description, um den Menschen bei der Entscheidung zu helfen, ob ein Ergebnis für ihre Anfrage relevant ist. Die Art und Weise der angezeigten Vorschau hängt laut Google von vielen Faktoren ab, einschließlich der Art des Inhalts, den eine Person sucht, und der Art des Geräts, auf dem sie ihn betrachtet. Die automatische Generierung von Vorschauen und Textausschnitten aus dem Inhalt konnte man jedoch als Webseitenbetreiber bislang nicht steuern.

Dies ist nun mit den beiden neuen Robot-Meta-Tags und einem neuen HTML-Attribut möglich. Damit kann man genauere Einstellungen für die Snippet- und Inhaltsvorschau vornehmen. Bisher war es nur möglich, einen Textausschnitt zuzulassen oder eben nicht zuzulassen. Nun lässt sich die Verwendung feiner konfigurieren.

Verwendung der neuen Robot-Meta-Tags

Das Robots-Meta-Tag wird dem <head> einer HTML-Seite hinzugefügt oder über den x-robots-tag HTTP-Header angegeben. Die Robot-Meta-Tags, die den Vorschauinhalt für eine Seite ansprechen, sind:

  • “nosnippet”
    Dies ist eine bereits bestehende Option, mit der man festlegen kann, dass kein Textausschnitt für die jeweilige URL angezeigt wird.
  • “max-snippet:[number]”
    Neu! Hiermit lässt sich eine maximale Textlänge in Zeichen für einen Ausschnitt der Seite angeben.
  • “max-video-preview:[number]”
    Neu! Hiermit kann man die maximale Dauer in Sekunden für eine animierte Videovorschau angeben.
  • “max-image-preview:[setting]”
    Neu! Damit kann man die maximale Größe der Bildvorschau angeben, die für Bilder auf dieser Seite angezeigt werden soll. Mögliche Werte sind “none”, “standard”, oder “large”.

Die Attribute können natürlich auch miteinander kombiniert werden:

<meta name="robots" content="max-snippet:50, max-image-preview:large">

Die Einstellungen dieser Meta-Tags werden laut Google Mitte bis Ende Oktober 2019 in der Suche wirksam. Der globale Rollout soll etwa eine Woche dauern.

Das neue HTML-Attribut “data-nosnippet”

Dazu gibt es nun eine neue Möglichkeit, den Teil einer Seite einzuschränken, der als Ausschnitt in den SERPs angezeigt werden soll. Das geschieht über das neue HTML-Attribut “data-nosnippet”, das für Span-, div- und Abschnittselemente verwendet wird. Texte aus diesen Bereichen werden anschließend nicht mehr im Suchergebnis dargestellt. Das ist beispielweise hilfreich, wenn Google bereits sämtliche Informationen im Snippet anzeigt, man aber möchte, dass der Nutzer zunächst die eigene Seite besuchen muss, um an die gewünschte Information zu gelangen.

Ein Beispiel

<p>Mit dem Rabattcode <span data-nosnippet>SEARCHONESMX</span> kannst Du 15% auf die Ticketpreise der SMX München 2020 sparen.</p>

In diesem Fall, würde der Rabattcode nicht bereits auf der Suchergebnisseite von Google verraten, sondern man kann ihn erst auf der Seite lesen.

Laut Google soll dieses neue HTML-Attribut noch in diesem Jahr Verwendung finden, ist also noch nicht aktiv!

Übrigens könnte die Implementierung in Zusammenhang mit dem Leistungsschutzrecht stehen. Als Reaktion auf die Urheberrechtsreform in Frankreich streicht Google lieber die Snippets als zu zahlen. Die Verlage hatten auf Bezahlung gehofft, aber Google verzichtet lieber auf die Inhalte der Verlage, statt Lizenzen für die Anzeige von Auszügen aus Medieninhalten zu erwerben. So bald das französische Gesetz zur Umsetzung der europäischen Urheberrechtsreform in nationales Recht in Kraft trete, wird Google keine Snippets mehr mit Textauszug und Bildern erzeugen. Bleiben werde die Überschrift, die der Link zur Website des Anbieters sei.

Neue Urheberrechtsbestimmungen in Frankreich: Einhaltung der Gesetze.
Neue Urheberrechtsbestimmungen in Frankreich: Einhaltung der Gesetze.

Mit den neuen Robots-Attributen bekommen die Verlage nun eben noch die Möglichkeit, von sich aus festlegen zu können, ob sie auch Fotos und Textauszüge in der Websuche angezeigt haben wollen.

Update: Erinnerungs-Mail von Google

Folgende Nachricht versendet Google über die Search Console seit 16.10.2019:

Erinnerung Neue Optionen um Inhalte in der Google-Suche anzupassen
Googles Erinnerung Neue Optionen um Inhalte in der Google-Suche anzupassen

Sehr geehrter Website-Inhaber,

Die Website https://***********/ wird aktuell als europäischer Presseverlag designiert, entsprechend der EU Richtlinie 2019/790 über das Urheberrecht und die verwandten Schutzrechte im digitalen Binnenmark.

Google hat kürzlich neue Einstellungsmöglichkeiten für Websites bereitgestellt, mit denen man angeben kann, wie viel Inhalt in einer Vorschau in den Suchergebnissen angezeigt werden kann.

Diese Woche wird Google damit beginnen diese neuen Einstellungen schrittweise umsetzen. Falls diese bereits auf der Website per robots Meta-Tag implementiert wurden, werden diese Änderungen in den nächsten Tagen sichtbar werden. Falls geplant ist, dieses Markup zu verwenden, bedenken Sie, dass es einige Tage dauern kann, bis solche Einstellungen sichtbar werden. Mehr Informationen zu diesen Einstellungen befindet sich in der Webmaster Blog Post.

Gleichzeitig und vor dem Inkrafttreten der EU Richtlinie in Frankreich am 24. Oktober, wird Google die Darstellung von Inhalten von europäischen Presseverlagen schrittweise anpassen, wenn sie in Frankreich gezeigt werden. Mehr Informationen dazu befindet sich in der entsprechenden Blog Post sowie der FAQ für europäische Presseverlage.

Nun ist also klar, dass es sich tatsächlich um eine Funktion handelt, die für die Einhaltung der EU-Leistungsschutzrechte benötigt wird und wurde offenbar von Google Frankreich aus gesteuert (Was man an der teilweise fehlerhaften Übersetzung und dem verlinkten französischen Blogpost erkennen kann).

  • Kai Spriestersbach ist Inhaber, Herausgeber und Chefredakteur von SEARCH ONE. Daneben arbeitet er als freier Mitarbeiter im Bereich Research & Development für die eology GmbH mit Sitz in Volkach. Der studierte Bachelor of Science in E-Commerce forscht und arbeitet derzeit an einem innovativen E-Learning Konzept und ist als Lehrbeauftragter an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) tätig. Als Affiliate Publisher betreibt er zahlreiche Webseite, die er auch für seine Experimente im Bereich SEO verwendet. Kai verfügt insgesamt bereits über 15 Jahre Erfahrung im Bereich Online-Marketing und Webentwicklung und hat sich im Jahr 2009 auf nutzerzentrierte und technische SEO spezialisiert. Seit Ende 2019 hat er sich auf die Themen Forschung und Lehre fokussiert.

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Google führt neue Meta-Tag-Attribute für die Steuerung der Snippets ein

von Kai Spriestersbach Lesezeit: 5 min
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