So gut kann eine virtuelle Konferenz sein?! Mein OMT 2020 Recap

Eigentlich hatte ich garnicht geplant ein Recap des OMT 2020 zu schreiben. Die Zeiten in denen ich mir die Zeit nehme kann, jede Konferenz als Ganzes zu erleben und anschließend einen Artikel dazu verfasse sind leider längst vorbei. Aber dieser OMT ist es wert, sich diese Zeit zu nehmen, denn ich kann und muss sagen: Der OMT 2020 war die beste Online Marketing Konferenz dieses Jahres!

Nicht nur, dass die Organisation hervorragend geklappt hat und die technische Plattform extrem smart ausgewählt und gehalten hat – Das sind schließlich die Mindestanforderungen an eine erfolgreiche Online-Konferenz- ebenso war die Qualität der Speaker und der Vorträge extrem hoch. Aber das gab es in diesem Jahr beispielsweise auch bei der virtuellen SMX auch.

Der OMT hat jedoch viel mehr geschafft: Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, wirklich dabei zu sein.

An einem gemeinsamen Ort, mit allen Teilnehmern, den Moderatoren und dem OMT-Team. Als würden wir irgendwie alle in einem großen Gebäude, nur durch die Wände des Büros voneinander getrennt sitzen und uns miteinander austauschen. Der OMT-Club ist in den letzten Jahren zu einer echten Community herangewachsen, was man auch an dessen Gruppe auf Facebook mit mehr als 2.500 Mitgliedern ablesen kann. Damit kommen wir schon zur ersten Besonderheit des OMT…

Hervorragende Vorträge, gewählt durch die Community

Eben diese Community (des OMT-Clubs) stimmt über alle eingereichten Vorträge ab. Es kommen somit wirklich nur diejenigen Speaker:innen zum Zuge, dessen eingereichter Vortrag auf genügend Interesse und Resonanz in der Zielgruppe stößt. Somit kommt erst garnicht der Verdacht eine Speaker-Auswahl aus wirtschaftlichen oder anderweitigen Interessen auf. Für den Veranstalter, die Agentur ReachX ist zwar ein Speakerslot garantiert, wer diesen bespielt, hängt jedoch ebenfalls vom Votum der Club-Mitglieder ab. Ein sehr faires Verfahren, das jedoch nicht ohne Nachteile daher kommt: Zum einen muss man seinen Vortragstitel und die Sessionbeschreibung als Speaker:in bereits ein halbes Jahr vor dem Event festlegen und zum anderen verleitet das Verfahren den/die eine:n oder andere:n dazu, einen besonders reißerischen Titel mit nichts sagender Beschreibung einzureichen, nur um für die Wahl bessere Chancen zu haben.

Insgesamt hat sich das Verfahren aus meiner Sicht jedoch bewährt.

Der Spaß ist zurück!

Ein wichtiger Punkt, in dem der OMT für mich einzigartig ist: Der Spaß stand deutlich stärker im Mittelpunkt, als bei jeder anderen virtuellen Konferenz zuvor. Die meisten Online Marketing Konferenzen sind mittlerweile bierernste Veranstaltungen, weil diese offenbar als seriös und besonders professionell wahrgenommen werden sollen. Es begann schon mit der sympatischen Begrüßung in Form eines Videos. Zwischen den Sessions haben es Mario Jung vom OMT und Robin Heintze von der Agentur morefire mit ihrer lockeren Art geschafft, dass es rege Teilnahme am Gruppen-Chat in der Lobby gab. Die witzigen Pausenfüller und Rate-Spiele haben für Lachmuskelkater bei mir und noch mehr Aktivität im Chat gesorgt.

Ich hatte in der Pause vor der letzten Session das kuschelige Gefühl einer SEO-Klassenfahrt, wie ich es seit der SEO CAMPIXX 2013 nicht mehr hatte! Die einzige Konferenz, auf der ich in den letzten Jahren vor Corona noch ein warmes Gefühl im Herzen bekommen habe, war die SEOkomm (welche hoffentlich 2021 wieder stattfinden kann ).

Perfekter Funktionsumfang

In Sachen Technik hat das OMT-Team aus meiner Sicht ein goldenes Händchen bewiesen. Unter unzähligen Plattformen und Anbietern hat man sich für das niederländische EventInsight entschieden. Diese browserbasierte Plattform integriert alle Features auf einer Oberfläche und hat ein paar sehr coole Funktionen, die ich so noch nirgendwo gesehen habe. Das Ganze war als Speaker sehr einfach von der Bedienung und auch als Teilnehmer wusste ich jederzeit, was ich wo finde und tun kann. Manchmal ist weniger eben mehr und Usability ist definitiv King. Von unnötiger Gamification oder anderen Spielereien, die zwar nett anzusehen sind, aber eher Hürde statt eine Bereicherung darstellen, ist bei EventInsight zum Glück keine Spur.

Andere Konferenzen nutzen häufig mehrere Anwendungen. Eine App, um die Sessions zu streamen, eine andere für die Interaktion wie beispielsweise Fragen aus dem Publikum und wiederum eine andere App oder Webseite, um mit Ausstellern oder anderen Teilnehmern interagieren zu können. Diese unbequeme Lösung führt bei mir dazu, dass ich die meisten Funktionen garnicht nutze und als Teilnehmer nur noch den Stream nebenbei laufen lasse. Beim virtuellen OMT kann man direkt über die Lobby mit Teilnehmern chatten, das Programm einsehen, von dort in alle Sessions, zu den Speakern, Ausstellern und in private Nachrichten wechseln, ohne das Browserfenster wechseln zu müssen!

Zwar gab es offenbar bei der Keynote technische Probleme, weshalb diese leider nicht vollständig gehalten werden konnte, aber da war ich schon raus, da ich Jean Pereira und seine Themen schon gut kenne.

So funktioniert digitales Networking!

Besonders cool fand ich das Matching-Feature: Wer sich vorab sein Programm zusammengestellt hatte, wurde mit Teilnehmern mit ähnlichen Interessen als eine Art Tinder-Match zusammengebracht, was sinnvolle Anknüpfungspunkte liefert und als Einstieg für Gespräche mit anderen Teilnehmern dienen kann.

Klar, vom ebenfalls angebotenen Speed-Networking kann man halten was man will. Ob bei drei mal fünf Minuten Gespräch mit einem zufälligen Gegenüber sich eine interessante Konversation entwickelt, sei dahin gestellt, zumindest lernt man so neue Leute kennen und auf “echten” Konferenzen begegnet man schließlich auch Menschen, mit denen man vielleicht einen kurzen Small-Talk am Kaffeetisch hält und sich dann nie wieder im Leben auseinandersetzen möchte.

Die Möglichkeit jeden Teilnehmer direkt anzuchatten und auch die Matching-Funktion bieten jedoch schon die Möglichkeit Personen in Gespräche zu verwickeln und zumindest so gut kennenzulernen, um herauszufinden, ob sich ein weiteres Gespräch auf einem anderen Medium lohnen könnte. Insbesondere Teilnehmer, die durch gute Fragen in den Sessions auffallen, oder auch durch lustige Antworten in den Pausen-Spielen, sind in jedem Falle ein möglicher Startpunkt um neue Bekanntschaften im beruflichen Kontext zu knüpfen.

Mein Fazit zum OMT 2020

Grandiose Premiere! Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank nochmal an das Team, insbesondere den Mann für die Technik hinter den Kulissen Markus und die Moderatorin meiner Session Anita.

Ich kann mir gut vorstellen, dass ich auch nach Corona gerne an virtuellen Events teilnehmen werde, wenn sie es schaffen die selbe Nähe herzustellen, die der OMT in diesem Jahr bei mir hervorgerufen hat.

Weitere Recaps vom OMT 2020 mit Erwähnungen meines Vortrags

Vielen Dank für die Erwähnungen, das positive Feedback und die tollen Zusammenfassungen meines Vortrags an:

2 Gedanken zu „So gut kann eine virtuelle Konferenz sein?! Mein OMT 2020 Recap“

  1. Sehr schöne Zusammenfassung! Ich fand meine erste Campixx dieses Jahr zwar noch einen ticken besser, weil live und Menschen zum Anfassen 😉 aber ich hätte mir im Leben nicht vorstellen können, dass das virtuell so gut klappt wie beim OMT. Das war wirklich fantastisch!

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