Neue Suchmaschinen von Apple und Huawei! Endlich Konkurrenz für Google?

Es ist mal wieder soweit: Nach erfolglosen Versuchen von Microsoft, der französischen Suchmaschinen Qwant und dem angeblichen Google Killer Cuil können wir uns demnächst wohl endlich mal wieder über ein wenig Konkurrenz für Googles Suchmaschine freuen. Denn in den letzten Tagen tauchen immer mehr Spekulationen über neuen Suchmaschinen von zwei großen und mächtigen Playern auf!

Kommt die Apple Suchmaschine nun wirklich?

Zum einen geht es um Apple, die bereits seit einigen Jahren im Hintergrund an einer eigenen Suchmaschine gearbeitet haben. Erste Hinweise darauf tauchten bereits vor mehreren Jahren auf Jobbörsen auf, in denen Apple offenbar Entwickler mit den notwendigen Skills zum Bau einer Suchmaschine gesucht hat.

Stück für Stück wurde die Suchfunktionalität von Siri und auch der integrierten Spotlight-Suche in OS X auf das Web ausgedehnt und umgeht dadurch immer häufiger eine Suche bei Google. Das Unternehmen hat außerdem in den letzten Tagen seine Webcrawler-Supportseite (Applebot) mit neuen Informationen über die Einstufung der Ergebnisse aktualisiert und Applebot hat Berichten zufolge damit begonnen, Websites regelmäßiger zu crawlen.

Zwar zahlt Google nach wie vor mehrere Milliarden Euro jährlich für die Integration als Standardsuchmaschine in Apples Betriebssystemen für iPhones und iPads, allerdings ist Apple Alles andere als auf das Geld aus Mountainview angewiesen. Immerhin haben sie selbst mehrere Milliarden US-Dollar an Reserven auf dem Konto liegen, was locker für die Entwicklung der notwenigen Technologien ausreichen sollte.

In Europa gab es in letzter Zeit eine Menge kartellrechtlicher und regulatorischer Aktivitäten rund um die Standardsuche auf Android-Geräten. Google war gezwungen, bei der Einrichtung eines neuen Geräts einen “Suchauswahl”-Bildschirm für Android-Nutzer zu erstellen. Dies ist zwar umstritten, aber es soll den Nutzern die Möglichkeit geben, eine Alternative zu Google zu wählen und den Marktanteil der Konkurrenten zu erhöhen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass dies auch tatsächlich geschehen wird. Zwar gibt es auch auf dem iPhone eine Auswahl an Suchmaschinen, nämlich Google, Bing, Yahoo oder DuckDuckGo, aber die überwältigende Mehrheit der Nutzer wählt keinen dieser Alternativen aus.

Eine eigene Suchmaschine könnte Apple hingegen einfach zum Standard in Safari, mac OS, i OS und iPad OS erklären und so im Kampf gegen Amazons Übermacht bei kommerziellen Suchen punkten und Googles Kundenzugang über die Suche brechen. Apple hat es in den vergangenen Jahren geschafft sich sehr schlau als sichere und Datenschutz-sensitive Wahl zu positionieren und könnte aus dieser Ecke heraus den einen oder anderen Kunden auch von den Vorzügen der eigenen Suchtechnologie überzeugen.

Baut Huawei auch eine Suchmaschine?

Der zweite Kandidat die man aktuell nach sagt er würde an einer eigenen Suchmaschine bauen ist das chinesische unternehmen Huawei. Nachdem Google aufgrund des US-Embargos keine Vertragsbeziehungen mit Huawei unterhalten darf, sind die Google Dienste wie der Playstore und auch die Google Suche bereits vor einiger Zeit von deren Smartphones verschwunden. Huawei entfernt sich nun offenbar aktiv weiter von Google. Gemeinsam mit der Suchmaschine Qwant hat Huawei exklusiv eine App entwickelt, die Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten ermöglichen soll. Zu Beginn des Jahres machte Huawei die Qwant-App sogar zum Standard der neuen P40-Reihe.

Kurz darauf wurde bereits der Betatest einer eigenen Such-App gestartet. Sieht man sich Screenshots der Huawei Such-App genauer an, lassen sich viele Gemeinsamkeiten mit der Google-Suche feststellen. Technisch verwendet die App jedoch keinerlei Dienste von Google, Qwant oder Bing. Stattdessen kommt offenbar eine Eigenentwicklung von Huawei zum Einsatz. Laut Nutzungsvereinbarung für Huawei Search wird der Dienst von Aspiegel Limited, der Tochtergesellschaft von Huawei mit Sitz in Irland, betrieben. Huawei verlagerte 2019 einen Großteil seiner mobilen Software-Dienste zu Aspiegel, um die Bedenken hinsichtlich des Umgangs des Unternehmens mit Nutzerdaten zu zerstreuen.

Nun wurde eine Zusammenarbeit zwischen Huawei, der Freien Universität Amsterdam und der Universität Amsterdam bekannt, welche es zum Ziel hat, die nächste Generation von Suchtechnologien unter Berücksichtigung der verschiedenen Sprachen und Kulturen in Europa bereitzustellen. Die nächste Generation von Suchtechnologien sollte allgegenwärtig, genau, flexibel, relevant, intelligent, human und sicher sein, so das Leitbild des neu gegründeten DReaMS-Labors.

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