Sicher im Netz: Die besten Suchmaschinen für Kinder

Digital Natives – so nennt man die Generationen, die in unsere digitalisierte Welt hineingeboren werden. Unsere Kinder stehen heute vor Herausforderungen, die die Generation 30+ noch nicht bewältigen musste. So müssen bereits Grundschulkinder lernen, die Chancen, aber auch die Gefahren, die die Nutzung des Internets mit sich bringt, zu meistern. Eine der großen Herausforderungen des World Wide Webs ist die Nutzung von Suchmaschinen – denn diese zeigen bei unbedarfter Nutzung sehr häufig nicht für Kinder geeignete Inhalte.

Kinder und das Internet – the future is now

Die Digitalisierung macht vor den Kinderzimmern keinen halt. So hat die KIM-Studie des medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs) 2018 herausgefunden, dass rund 27 % der Kinder täglich das Internet nutzen, Tendenz steigend. Hierzu zählt auch die Verwendung von Suchmaschinen. Schon Grundschüler surfen im Internet, um zu lernen oder sich auf die ersten Referate vorzubereiten. Häufig spielt auch einfach die kindliche Neugier eine Rolle.

Und genau hierin liegt das Problem, denn viele Kinder sind mit den Möglichkeiten des Webs schnell überfordert. Normale Suchmaschinen bilden nicht nur die komplette Vielfalt des Internets ab, sie zeigen auch häufig problematische Inhalte an – gewaltverherrlichende oder pornografische Bilder, Texte und Videos sind nur einen Klick entfernt. Zwar lassen sich bei den normalen Suchmaschinen gewisse Inhalte ausfiltern, dies betrifft jedoch nur die schlimmsten Kategorien und sind keinesfalls als Kindersicherung geeignet. Googles SafeSearch-Filter beispielsweise filtert lediglich sexuelle Inhalte und kann selbst hier keine 100%ige Sicherheit bieten. Nach eigenen Angaben werden bei allen Suchanfragen nach Bildern, Videos und Websites sogenannte anstößige Inhalte aus den Google-Suchergebnissen herausgefiltert. Die folgende Aussage zur Funktion wird die meisten Eltern wahrscheinlich eher verunsichern als beruhigen:

SafeSearch ist zwar nicht zu 100 % treffsicher, aber die meisten anstößigen Inhalte, beispielsweise Pornografie, werden damit herausgefiltert.

Quelle: Google

Risikominimierung durch Suchmaschinen für Kinder

Von Experten wird empfohlen, Kinder niemals mit einem eingeschalteten Laptop oder Tablet allein zu lassen und deren Verwendung stets zu überprüfen. Doch gerade Mehrfacheltern wissen, wie schwierig eine adäquate und länger dauernde Begleitung im Alltag sein kann, wenn noch andere Kinder ihre Aufmerksamkeit fordern.

Kinder sollten jedoch nicht ewig von neuen Medien ferngehalten werden. Das Erlernen der richtigen Nutzung sollte zum Pflichtprogramm gehören. Bis zur Eigenverantwortung bei der Verwendung von Suchmaschinen sind jedoch viele kleine Schritte zu gehen. Es ist hier absolut unerlässlich seine Kinder zu kompetenten und selbstbewussten Internetnutzern zu erziehen. Hier zu hat Google gemeinsam mit der Kindersuchmaschine fragFINN und der freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter hier Informationen und Tipps zusammengestellt, um Kindern eine smarte, selbstbewusste und kompetente Nutzung des Internets zu ermöglichen.

Kindgerechte Suchmaschinen können beim Erlernen dieser Fähigkeiten helfen.


Normale Suchmaschinen besitzen keine vorinstallierte Kindersicherung. Zum gesuchten Begriff werden auch Inhalte angezeigt, die das Potenzial haben, Kinder zu verstören und zu ängstigen. Eigene Kinderschutz-Produkte mit Filterlisten versprechen hier Abhilfe, doch schaut man genauer hin, lässt sich schnell die Crux daran erkennen: Pfiffige Kinder finden rasch heraus, dass solche Sicherheit versprechenden Funktionen vom Nutzer selbst ausgeschaltet werden können. Mit etwas Pech surft der Nachwuchs also heimlich durch potenziell Angst einflößende Inhalte, sobald die Eltern kurz abgelenkt sind. Außerdem können Filterlisten (sog. Blacklisten) niemals ungeeignete Inhalte vollständig blockieren.

Ein höheres Maß an Sicherheit versprechen Suchmaschinen für Kinder. Doch welche Vorteile bieten sie gegenüber den normalen Suchmaschinen?

Suchmaschinen für Kinder: Whitelists als wirkungsvolle Filter

Einschlägige Suchmaschinen für Kinder arbeiten mit sogenannten Whitelists. Dabei handelt es sich um eine Positivliste, in der explizit nur die Inhalte eingetragen sind, die von der Suchmaschine erlaubt wurden. Es wird also exakt vordefiniert, welche Internetinhalte von der Suchmaschine überhaupt angezeigt werden können. Content, der Gewalt oder pornografische Darstellungen, Schimpfwörter und gewaltvolle Sprache enthält, wird also von vornherein ausgeschlossen.

Ein schwierigeres Feld ist die Darstellung von Werbeanzeigen oder den Umgang mit Tracking-Technologien. Bei solchen sollten Eltern, auch wenn ihr Kind eine als sicher bekannte Suchmaschine nutzt, genauer hinschauen. Denn es gibt durchaus solche Suchmaschinen, die durch Werbung, beispielsweise Banner, finanziert werden. Klickt das Kind diese an, landet es beispielsweise auf der Internetpräsenz von bekannten Spielzeugherstellern oder Modemarken.

Davon abgesehen ist keine Webseite, auch wenn sie dies verspricht, zu 100 % kindersicher. Auch bei Suchmaschinen für Kinder gibt es keine absolute Garantie, denn die Whitelist muss gepflegt werden und unpassende Inhalte können sich in manchen Fällen sogar als harmlos tarnen. Daher sollten Kinder bestenfalls beim Surfen nicht allein gelassen werden.

Mittlerweile gibt es viele verschiedene Suchmaschinen für Kinder mit unterschiedlichen Merkmalen und Vorteilen, aber auch dem einen oder anderen Nachteil. Folgende Liste umfasst die bekanntesten Kindersuchmaschinen:

1. blinde-kuh.de: die älteste Suchmaschine für Kinder

blinde-kuh.de ist die älteste deutsche Kindersuchmaschine und das zeigt sie leider auch. Dies ist einer der wenigen Nachteile dieser Webseite: Die Benutzeroberfläche ist zwar bunt gestaltet und im Grunde recht ansprechend; sie macht jedoch einen etwas verstaubten Eindruck. Alles in allem wirkt sie wie eine der ersten Webseiten in den Neunzigerjahren. Auch könnte die Suchmaske deutlich größer sein. Gerade für Kinder, die orthografisch noch ungeübt sind oder erst den Umgang mit Maus und Tastatur lernen, wäre eine größere Suchmaske eine Hilfe.

Davon abgesehen bietet blinde-kuh.de jedoch jede Menge Vorteile. So stellt die Redaktion sehr hohe Ansprüche an die Webseiten, die in die Whitelist aufgenommen werden möchten, und prüft diese manuell nach strengen Kriterien. Da die Suchmaschine für Kinder allerdings sehr alt ist, umfasst sie mittlerweile etwa 30.000 Inhalte.

Das empfohlene Alter liegt bei sechs bis vierzehn Jahren.

Sucht ein Kind nach einem bestimmten Content, so wird dieser übersichtlich aufgelistet und mit einer Kurzbeschreibung, dem jeweils empfohlenen Alter sowie einem Bild angezeigt. Ein weiterer Vorteil ist die Kategorisierung der Inhalte: Diese werden beispielsweise nach Themen oder entsprechendem Medium, wie beispielsweise Videos oder Bilder, angezeigt.

Neben dem Lernerfolg und dem Stillen der kindlichen Neugier kommt auch der Spaß nicht zu kurz. blinde-kuh.de bietet neben pädagogisch wertvollem Content auch Spiele an. Diese machen zwar den Kindern Spaß, allerdings werden sie – ebenfalls veraltet – über einen betagten Flash-Player genutzt, wodurch deren Verwendung auf vielen modernen Endgeräten entfällt. Insbesondere neuere Tablets und Smartphones werden mit der Darstellung der Spiele ihre Probleme haben.

Ein besonders schön gestalteter Bereich ist der Mitmach-Bereich für die Kinder. Dort können sie eigene Geschichten oder Bilder einstellen, die von einer qualifizierten Redaktion geprüft und manuell freigeschaltet werden.

fragFINN.de: von Medienpädagogen empfohlen

fragFINN.de wird nicht umsonst von Medienpädagogen empfohlen – sie gestalten die Webseite sogar mit. Alle Inhalte werden manuell von ihnen geprüft und die Messlatte für Webseitenbetreiber, die sich dort bewerben, liegt ähnlich hoch wie bei blinde-kuh.de.

Die Suchmaschine richtet sich insbesondere an Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren.

Sie bietet nicht nur kindgerechte Nachrichten, sondern auch Videos, Tipps zum Surfen und Spiele. Als App kann fragFINN auf verschiedene Endgeräte heruntergeladen werden und hilft dort, problematische Inhalte zu sperren.
Das Angebot von fragFINN.de ist jedoch sehr viel kleiner als das von blinde-kuh.de. So können Kinder sich nur durch etwa 5000 Webseiten durchklicken. Ob es sich dabei um einen Nachteil handelt, sei jedoch dahingestellt – die wenigsten Kinder werden tatsächlich über 30.000 Webseiten nutzen. Daher ist der Umfang, den fragFINN.de bietet, im Grunde völlig ausreichend, insbesondere für jüngere User, die gerade die ersten Schritte im Internet machen.

Kinder, die gerne Videos drehen, werden als FINNreporter voll auf ihre Kosten kommen, denn unter diesem Menüpunkt können sie ihre Videos als kleine Reportagen hochladen. So wird das Surfen interaktiv und die Kinder erhalten ein befriedigendes Gefühl von Selbstwirksamkeit, was sich positiv auf ihre Entwicklung auswirkt.
Ein weiterer großer Pluspunkt dieser Kindersuchmaschine ist die „Leichte Sprache“. Dadurch wird den Kindern das Surfen erleichtert und sie finden sich besser zurecht.

helles-koepfchen.de: das Portal für Kinder

Besonders wissbegierige Kinder zwischen acht und sechzehn Jahren werden an helles-koepfchen.de ihre Freude haben. Gibt man ein Schlagwort in die Suchmaske ein, so erscheinen die Top-Treffer in einer Leiste. Diese Art zu suchen könnte ein wenig übersichtlicher gestaltet sein, da es recht mühsam ist, sich durch die Ergebnisse zu klicken. Die seiteneigenen Beiträge werden dabei zuerst aufgelistet, erst danach folgen Ergebnisse aus dem World Wide Web.

Davon abgesehen bietet helles-koepfchen.de jedoch alles, was Kinderherzen höher schlagen lässt – und das vor allem relativ sicher. Nicht umsonst ist das Portal Teil von „Ein Netz für Kinder“, einer Initiative, die sich für kindersicheres Surfen stark macht. Auf der Webseite gibt es nicht nur Spiele und Nachrichten, sondern auch viele Wissenstipps, Bastelideen sowie Reportagen und Themen-Specials. Auch aktuelle Kinotipps kommen bei dieser Website nicht zu kurz. Im Grunde handelt es sich dabei um mehr als eine Suchmaschine, nämlich um ein Wissens- und Spiele-Portal für Kinder.

Ein einziges größeres Manko gibt es dabei: Die Webseite finanziert sich zum Großteil aus Werbeeinnahmen, so dass der Surfspaß manches Mal beeinträchtigt wird, beispielsweise durch riesige Werbebanner an den Seiten der Benutzeroberfläche. Eltern sollten ihre Kinder also vor dem Surfen über diese Werbeeinblendungen aufklären – oder, noch besser, einen Werbeblocker wie uBlock Origin installieren.

Fazit:

Suchmaschinen für Kinder bieten heutzutage eine tolle Möglichkeit, kleinen Menschen das sichere Surfen im Netz näher zu bringen. Dennoch sollten Eltern sich nicht allein auf die Sicherheitsvorkehrungen der jeweiligen Webseite verlassen, sondern ihren Schützlingen ab und an auf die Finger schauen. Das sichere Surfen ist etwas, was Schritt für Schritt gelernt werden muss.

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