Visual Composer vs. WPBakery Page Builder

In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den Unterschieden zwischen dem Visual Composer Website Builder und dem WPBakery Page Builder

VisualComposer-VS-WPBakery-Page-Builder

Es steckt schon im Namen: Der Visual Composer Website Builder ist ein Tool zur Gestaltung von Seiten UND Beiträgen, aber auch von Templates und anderen Elementen – also der gesamten Website. Mit dem WPBakery Page Builder lassen sich lediglich Seiten gestalten. Aber es steckt noch deutlich mehr dahinter und daher lohnt sich ein ausführlicher Vergleich:

Das ist der WPBakery Page Builder

Das Team hinter WPBakery behauptet, der ursprüngliche Innovator hinter dem Drag-and-Drop-Editing für WordPress zu sein. Wir haben dieses Plugin bereits in unserem Beitrag „WordPress-Page-Builder im Test: Vergleich der 7 besten Visual Site-Builder“ unter die Lupe genommen. Dabei hat es als Schlusslicht im Vergleich nicht wirklich punkten können. Warum? Das liegt vielleicht an der Geschichte des Plugins, die wirklich kompliziert ist. Bei der Recherche ist damals aufgefallen, dass es einen Split bei der Software gab.

Der „WPBakery Page Builder“ hieß nämlich mal „Visual Composer Page Builder“.

So lief der Split ab:

  1. Zuerst gab es den „alten“ Visual Composer Page Builder.
  2. Dieser wurde umbenannt in WPBakery Page Builder.
  3. Der Hersteller launchte dann ein komplett neues Plugin mit dem Namen Visual Composer Site Builder.

Außerdem hat jedes Plugin mittlerweile einen eigenen Hersteller!

Verwirrt? Damit bist du nicht alleine und sogar die Hersteller geben zu, dass sie mit dem Rebranding einen Riesenhaufen Mist gebaut haben. Hier nachzulesen: WHAT HAPPENED TO VISUAL COMPOSER? THE BRAIN-TWISTING STORY OF OUR CONFUSING NAME CHANGE. Immerhin haben sie sich dafür entschuldigt und deswegen wollen wir auch einmal darüber hinwegsehen.

WPBakery gibt es immer noch als separates Plugin für WordPress-User, die lediglich ihre Seiten gestalten wollen. Der Page-Builder kann beispielsweise keine Header-, Footer- oder Sidebar-Elemente bearbeiten. Außerdem ist die Kontrolle über das Seitenlayout eher eingeschränkt.

Es gibt eine Onlinedemo für WPBakery, für die man sich mit einer E-Mail anmelden muss. Die ist jedoch nicht sonderlich gut konfigurierbar. Bei unseren Tests für den obigen Beitrag sind wir regelrecht daran verzweifelt. Wir mussten eine bereits bezahlte Version lokal installieren, um alles so konfigurieren zu können, dass unser Testprojekt (die Surfschule) damit umsetzbar war. Es hat aber alles nichts gebracht. Nach mehrstündigen Versuchen mit WPBakery mussten wir letztendlich aufgeben. Alle anderen Pakete waren deutlich einfacher zu bedienen.

Video: Kurzdemo WPBakery Page Builder

So sieht der WPBakery Page Builder heute im Praxiseinsatz aus:

Es stellte sich die Frage, ob wir für unseren Test nicht lieber den Nachfolger verwenden sollten. Wir wollten ursprünglich nur eine Seite erstellen und haben deswegen den reinen Page-Buildern den Vorzug gewährt. Allerdings machen die meisten anderen Hersteller gar keinen Unterschied zwischen Page- und Site-Builder. Wir sind sozusagen dem Kommunikationsfiasko erlegen und haben für den Test wahrscheinlich die falsche Software verwendet.

Das ist der Visual Composer Website Builder

Der neue Visual Composer überzeugt mit einer komplett neuen Bedienoberfläche und moderner Technologie unter der Haube. Aus Entwicklersicht ist ebenfalls sehr erfreulich, dass er keine Shorttag-Suppe hinterlässt – vermutlich der Grund, warum der Page-Builder in diese furchtbare Lage gekommen ist. Der Hersteller ist laut eigener Aussage mit dem alten Plugin in eine technische Sackgasse geraten und wollte ohne Altlasten von vorne anfangen. Wahrscheinlich scheute man sich davor, die bestehende Kundschaft mit einer nicht upgradefähigen Version zu verärgern und hat deswegen ein komplett neues Plugin herausgebracht.

Von den Features kann sich jeder kostenlos ein Bild machen. Auf der Download-Seite lässt sich gegen Hinterlassen der E-Mail die kostenlose Freeversion herunterladen. Ähnlich wie bei Elementor bleibt dieses Plugin laut Herstellerversprechen auch in Zukunft immer kostenlos. Schauen wir uns jetzt einmal an, was den Visual Composer Site Builder einzigartig macht:

  1. Das eingebaute Visual Composer Hub enthält Content-Elemente, Themes, Add-ons und weitere Integrationen, die sich direkt aus der Oberfläche heraus nutzen lassen.
  2. Fortgeschrittene Designoptionen, z. B. Karussell-Hintergründe, Slideshow-Hintergründe, Bildfilter im Instagram-Stil, Sticky Controls, CSS-Animationen und mehr.
  3. Eigene Pagelayouts erlauben auch das Überschreiben des aktiven Themes.

Auch wenn sich diese Funktionalität über weitere Add-ons für WPBakery ergänzen lässt, so ist dies in der Regel keine gute Idee. Je mehr aktive Plugins eine Installation hat, desto mehr kann auch schiefgehen. Zumindest verlangsamt jedes zusätzliche Plugin die Ladezeit jeder Anfrage. Was sich im WPBakery nicht über zusätzliche Add-ons verbessern lässt und damit ein eindeutiger Vorteil des neuen Visual Composers ist, sind folgende beiden Punkte:

Vorteil 1: Performance und SEO

Der Visual Composer Site Builder ist von Grund auf neu entwickelt. Er verwendet keine Shortcodes mehr, sondern generiert ausschließlich valides HTML. Das bedeutet, dass auch bei Abschalten des Plugins der eingepflegte Inhalt enthalten bleibt! Das erleichtert eine Migration zu einem anderen System ungemein, falls dies mal notwendig oder gewünscht sein sollte. Außerdem macht es das Rendern der HTML-Ausgabe effizienter, was eine bessere Performance bedeutet.

Und: Was gut für die Performance ist, das ist auch super für die Suchmaschinenoptimierung. Aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung gewinnt immer das Plugin mit dem geringsten Code-Bloat, daher ist dieses Feature (was eigentlich selbstverständlich sein sollte) sehr zu begrüßen.

Vorteil 2: Dynamische Inhalte überall möglich

Ein großer Unterschied zu WPBakery ist die Möglichkeit wirklich überall dynamische Inhalte auszugeben. So lassen sich auch im Header und Footer, aber auch innerhalb von Content-Elementen und sogar aus eigenen Datenbankfeldern (Custom Fields) Inhalte aus der Datenbank anzeigen. Das lässt sich auch alles über WYSIWYG konfigurieren.

Video: Kurzdemo Visual Composers

So sieht der Visual Composer im Praxiseinsatz aus:

Über 100 Content-Elemente (40 in der Freeversion)

Hier ein kurzer Überblick über den riesigen Umfang an Content-Elementen.

Featurevergleich Freeversion vs. Premium Visual Composer Site Builder

 

FeatureFreePremium
Drag-and-Drop-Editor

Design-Optionen

Parallax- & Background-Effekte

Background-Shapes

API

Seitenlayouts

Header-, Footer-, Sidebar-Editor

Globale Vorlagen

Vorlagen exportieren

Vorlagen für Blöcke

Unsplash-Integration

Gridelement für Beiträge

WooCommerce-Elemente

Dynamische Inhalte

Entwicklerfreundlich

Visual Composer bringt eine API für Entwickler mit, die so ihre eigenen projektspezifischen Erweiterungen integrieren können. Eine API gibt es auch für WPBakery und allgemein lässt sich wohl behaupten, dass der Erfolg beider Projekte maßgeblich der API geschuldet ist. Historisch konnten viele Entwickler Erweiterungen für beide Plugins entwerfen, was die Popularität maßgeblich beflügelte.

Theme-Integration möglich

Für WordPress-Theme-Entwickler ist erfreulich, dass die Integration in das eigene Theme mit dem Visual Composer Site Builder mittlerweile kostenlos ist! WPBakery nimmt dafür immer noch 245 USD (Stand August 2019) pro App oder Theme.

Featuretabelle: Eine komplette Übersicht über die Unterschiede zwischen WPBakery und Visual Composer

FeaturesWPBakeryVisual Composer
Kostenlose Version
Drag-and-Drop-Editor
Frontend-Editor
Baumansicht
Backend-Editor
Mobiles Bearbeiten
Inline-Texteditor
Automatisches Speichern
Header-Editor
Footer-Editor
Sidebar-Editor
Pagelayouts
Globale Header und Footer
Funktioniert mit jedem WordPress-Theme
Support für Custom-Post-Types
Multisite-Support
Multisprachen-Unterstützung
Rechts-nach-links-kompatibel (z. B. Arabisch)
Template-Management
Vorlagen für Blöcke
Voreinstellungen für Content-Elemente
Wiederverwendbare globale Vorlagen
Vorlagen Export/Import
Design-Optionen
Copy/Paste
Content-Elemente duplizieren
Content-Elemente benennen
Grid-Builder
Content-Elemente verstecken
Keyboard-Shortcuts
Farben abspeichern
Rückgängig/Wiederholen
Wizard für leere Seiten
Eigenes CSS
Eigenes JavaScript
Content-Elemente ersetzen
Rollenmanager
Icon-Bibliotheken
Google-Fonts
Instagram-ähnliche Filter
Parallax-Effekte
Gradienten als Hintergrund
Slideshows als Hintergrund
Karussell als Hintergrund
Hintergrund ein-/auszoomen
Video-Background
Content-Elemente animieren
Position des Hintergrundbilds bestimmen
Formtrenner
Box-Shadow
Sofortige Größenänderung für Spalten
Spalten stapeln
Spalten stapeln (reverse)
Zeile in voller Breite/Höhe
Responsive Vorschau
Automatisch responsiv
Responsivität für Zeilen
Yoast-SEO-Support
Shortcode-Support
WordPress-Widget-Support
Gutenberg-Element
Block für Gutenberg
Support für eigene Widgets
Unsplash-Stockfotos
API
Aktivierung für Stagingserver
Add-ons von Drittanbietern
WooCommerce-Support
Cloud-Bibliothek
Menü-Elemente
Online-Kundensupport
Theme-Integration
Entwicklerlizenz

Kosten, Fazit und Empfehlung für die Plugins

Extrem lobenswert ist die kostenlose Version, die schon sehr mächtig ist. Ähnlich wie mit Elementor lässt sich hiermit schon ein Großteil der Websites umsetzen. Die Premium-Version des Visual Composer Site Builders liefert ein stimmiges Gesamtpaket, sind hier doch alle Funktionen enthalten, die auch die anderen Hersteller anbieten. Gemessen daran ist der einmalige Preis von 59 USD für eine einzelne Website, 159 USD für drei Websites und 349 USD für eine unlimitierte Anzahl von Websites wirklich fair.

WPBakery Page Builder kostet je Website 45 USD. Es gibt hier keine Lizenz für beliebig viele Websites, was z. B. als Agentur oder als Affiliate mit vielen Domains kostspielig werden kann.

Theme-Integratoren zahlen übrigens 245 USD einmalig für eine Integration in eine SaaS-Applikation.

Unser Fazit

Wer sich traut WPBakery einzusetzen, der sollte auf jeden Fall genügend Zeit mitbringen. Aus unserer Sicht macht es aktuell wenig Spaß damit zu arbeiten. Dafür sind Page-Builder-Plugins wie Elementor, Brizy, Origin, Beaver Builder, Divi Builder und sogar einfach nur der Gutenberg-Editor besser geeignet. Der Visual Composer Site Builder spielt jedoch mittlerweile in der gleichen Liga und ist damit ebenfalls in einem eigenen Test unter die Lupe zu nehmen.

Viel Spaß dabei

  • Kai Spriestersbach gehört mit mehr als 15 Jahren Online-Marketing-Erfahrung zu den erfahrensten Suchmaschinen-Marketern in Deutschland. Der studierte Bachelor of Science in E-Commerce hat sich auf die strategische Beratung sowie Ausbildung und Weiterbildung in Digitalem Business sowie Web- und Suchmaschinen-Technologien spezialisiert. Als Dozent ist er sowohl für die 121WATT – School of Digital Marketing & Innovation als auch für die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt im Fachbereich E-Commerce tätig. Daneben unterstützt Kai Spriestersbach gerne innovative Startups, ist als Affiliate-Publisher tätig und entwickelt und vermarktet digitale Produkte im Bereich WordPress, SEO und Online-Marketing.

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Visual Composer vs. WPBakery Page Builder

von Kai Spriestersbach Lesezeit: 7 min
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